Rossini - Petite messe solennelle

Samstag, 20. Juni 2026 um 19h30

Paulus Kirche, Bern

 

Nach langen und schweren Jahren selbstgewählter musikalischer Abstinenz fand Gioachino Rossini erst 1855, nach seinem Umzug nach Paris, wieder zu Lebensfreude und lustvoller musikalischer Kreativität. Im Alter von über 60 Jahren eröffnete sich ihm eine neue Schaffensperiode. Er komponierte nun nicht mehr für die grosse Öffentlichkeit, sondern für seinen vertrauten Freundeskreis von Musikern und Musikerinnen, Musikliebhabern und Musikliebhaberinnen, Künstlern und Künstlerinnen.

 

In dieser Zeit entstand die «Petite Messe Solennelle». Er selbst nannte sie mit verschmitztem Augenzwinkern «Petite» und bezeichnete sie zudem als «leider seine letzte Todsünde des Alters». «Klein» ist an dieser Messe nur die Kammermusikbesetzung mit kleinem Chor und kleiner instrumentaler Begleitung. Der musikalische Gehalt ist genial, erinnert an Rossinis grosse Opern und steckt voller ironischer, musikalischer Kreativität. Zweimal erinnert er mit grossen Chorfugen an seine barocken Vorbilder Bach und Händel.

 

Die «Petite Messe» folgt in ihrer Struktur zwar der fünfteiligen liturgischen Ordnung des katholischen Ordinariums, aber sie wurde nicht für den Gottesdienst komponiert. Wieder schimmert Rossinis Humor durch, wenn er in seiner Widmung schreibt: «Lieber Gott! Hier ist sie, die arme kleine Messe. […] Ich bin für die Oper geboren. Du weisst es wohl! Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.».

 

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen.

CVB_Flyer_Juni 2026.pdf
Adobe Acrobat Dokument 870.3 KB